| Nachdem Gaius Julius Cäsar innerhalb weniger Jahre die keltische Welt Galliens erobert hatte, stand auch die militärische Besetzung Germaniens bevor. Octavian, nach seiner Kaiserkrönung "Augustus" genannt, setzte die Eroberungspolitik mit Eifer fort, zumal immer wieder germanische Gruppen über den Rhein setzten und plünderten. Er ließ römische Lager entlang des Rheins und im freien Germanien anlegen, Basislager für die Züge gegen die nördlichen Germanenstämme. 12 v. Chr. beginnt der Drusus-Feldzug, der die Römischen Truppen ins Gebiet von Ruhr, Weser und Lippe führt. Mainaufwärts werden Lager nach Germanien vorgeschoben. Nach dem tödlichen Unfall des Drusus beginnt der spätere Kaiser Tiberius mit einem großen Unternehmen, einer organisatorischen und navigatorischen Meisterleistung, die die römische Flotte elbeaufwärts führte, wo sie mit dem Fußheer zusammentraf. Germanische Krieger vom Stamm der Langobarden, schlecht bewaffnet im Vergleich zur hochgerüsteten Kriegsmaschinerie der Römer, wurden vernichtend geschlagen. |
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| Alles deutete auf eine Niederlage der Germanen hin, die in verstreuten und uneinigen Stämmen wenig Widerstand leisten konnten. Doch das wilde, unwegsame Land, die Versorgungsschwierigkeiten und die kurze Zeit im Sommer, die für militärische Unternehmungen geeignet war, verzögerten einen raschen Sieg. 9. n. Chr. schließlich kam die militärische Wende.
Im Sommer dieses Jahres zog der kaiserliche Stellvertreter P. Quinctilius Varus mit drei vollen Legionen von den Lagern an der Lippe (Haltern, Holsterhausen, Oberaden, Anreppen) flußaufwärts, um gegen die dortigen Germanen Krieg zu führen. Es war das erklärte Ziel des Augustus, die Grenze bis zur Elbe vorzuschieben und alle südlichen Gebiete zur tributpflichtigen Provinz zu machen. Auf dem Rückweg jedoch, am Rande des Teutoburger Waldes, unweit der heutigen Ortschaft Kalkriese im Osnabrücker Land, gerieten die Soldaten mit ihrem Troß, Karren, Wagen, Frauen und Kindern (ca. 20.000-30.000 Menschen) in einen gut vorbereiteten Hinterhalt. Arminius, adeliger Sproß aus dem germanischen Volk der Cherusker, hatte zeitweise in Rom oder den römischen Provinzen gelebt und dort sogar den Titel "Freund des römischen Volkes" inklusive der Staatsbürgerschaft erworben. Vertraut mit der römischen Kampftaktik und ihren Stärken, gelang es ihm, die unvorbereiteten Legionäre auf ungünstigem Terrain zu überraschen und nach tagelangen Kämpfen fast bis auf den letzten Mann aufzureiben. |
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Das bedeutete den Wendepunkt in der römischen Germanienpolitik, die römischen Lager rechts des Rheins wurden aufgegeben und geräumt. In den Jahren 14-16 n. Chr. unternahm der ehrgeizige und beim römischen Volk sehr beliebte Feldherr Germanicus noch Feldzüge und Strafexpeditionen, die schließlich jedoch vom neuen Kaiser Tiberius 17 n. Chr. abgebrochen wurden. Zur gleichen Zeit begannen germanische Völkerschaften, ihre Siedlungsräume an der unteren Elbe zu verlassen und flußaufwärts zu ziehen. Bis etwa 50 n. Chr. hatten sie weite Gebiete beiderseits der Elbe besiedelt und bis nach Böhmen hinein (Markomannen) die letzten hochentwickelten ostkeltischen Siedlungen überrannt und die Bevölkerung verdrängt. Die Oppida, keltische Städte und Zentren kultureller und wirtschaftlicher Macht, verschwinden ebenso wie die Kenntnis der Münzprägung oder die Keramikproduktion auf der rasch rotierenden Drehscheibe. Der obergermanische Limes als Grenzsicherung zum freien Germanien bestand etwa bis 260 n.Chr., als germanische Gruppen die zunehmenden machtpolitischen Kämpfe innerhalb des römischen Reiches zu Übergriffen nutzten und die provinziale Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzten. Diese buntgemischten Germanenstämme bildeten die Grundlage für eine neue Völkerschaft, die sich in der ehemaligen Provinz festsetzte. Der Name "alle Mannen" weist auf die unterschiedlichen Herkunftsgebiete der Alamannen hin. |
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