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Die Gefahr eines einheitlichen, gut ausgerüsteten und disziplinierten germanischen Heeres bestand aus den oben genannten Gründen zu Beginn des 2. Jahrhunderts zumindest im Vorland des Obergermanisch-Raetischen Limes nicht. Viel größer war die Gefahr, die von kleinen Gruppen bewaffneter Räuber (Latrones) ausging, die in den wohlhabenden Landgütern der Provinz auf reiche Beute hofften. Diese regelmäßig vorkommenden Übergriffe konnten von einigen wenigen Personen ausgehen, aber auch kleine Heerhaufen bis zu 50 Mann konnten in das Reich eindringen. Es konnte sich dabei um eine berittene Gruppe handeln, die schnell den Ort wechseln konnte, oder aber auch um Fußvolk. Im Vordergrund stand dabei immer das Interesse an Gold und Wertgegenständen, eventuell auch die Beschaffung von Nahrungsmitteln. Ein politisches Interesse dieser Überfälle schließt sich aus.


Rekonstruktion am Limeskastell Zugmantel mit Turm, Wall, Graben und Palisade in einer späteren Ausbauphase

Ein unbemerktes Eindringen war aufgrund der dichten Anlage von Wachtürmen im Grunde nicht möglich. In Sichtweite voneinander entfernt bildeten sie eine geschlossene Meldelinie. In größeren Kastellen waren unterschiedliche Truppenkontingente stationiert, ihr Abstand betrug zwischen 8 und 10km. Im Falle eines Übergriffes war also längstens ein Weg von 5km zu bewältigen, ehe man am Ort des Geschehens eintreffen konnte.