Oben:Umzeichung des Fundstücks aus Vindonissa, Schweiz

Bewaffnung

Die Angriffswaffen der Reiterei unterscheiden sich erheblich von denen der Fußtruppen. Auf Nahkampfwaffen wie den Dolch verzichtet der Römische Reiter völlig, und statt dem kurzen Gladius wird ein Langschwert, die Spatha, verwendet. Für meine Rekonstruktion habe ich auf ein günstiges handelsübliches Modell zurückgegriffen, dessen Scheide komplett überarbeitet wurde. Der Holzkorpus wurde mit vegetabil gefärbtem, blauem Leder bezogen. Die Zierbleche vom Pompeji-Typus wurden entsprechend  einem Fundstück aus Vindonissa in Durchbruchsarbeit gearbeitet und versilbert.Die Spatha als Stich- und Hiebwaffe für den Nahkampf wird durch Fernwaffen ergänzt. Im Ernstfall und bei den Turnieren fanden Wurfspeere, die sogenannten Iaculi, Verwendung. 

 

 

Diese kurzen Wurfwaffen konnten normale blattförmige Spitzen besitzen, aber auch drei- oder vierkantige. Meine Rekonstruktionen besitzen vierkantige Spitzen und einen Lanzenschuh, der die Iaculi zu gefährlichen Waffen macht: egal, mit welcher Seite der Speer auftrifft, er verursacht schwere Schäden. Vor allem, wenn das Stück mit Schwung rotierend geworfen wird, entwickelt er eine unglaubliche Energie und kann auch einen hinter seinem Schild in Deckung gegangenen Gegner unangenehm verletzen. 

Im Reitertraktat des Flavius Arrianus aus dem mittleren 2. Jahrhundert wird beschrieben, wie bei Turnieren mit stumpfen Iaculi Manöver gegeneinander geritten wurden. Eine weitere Übung bestand darin, möglichst schnell möglichst viele Speere zu schleudern und diese auch bei extremen Bedingungen treffsicher ins Ziel zu bringen. 
Abbildungen auf Grabsteinen zeigen in manchen Fällen einen Köcher für mehrere Iaculi, der hinter dem Reiter griffbereit am Sattel befestigt ist.

Ergänzt wird die Ausstattung durch eine Stoßlanze (Hasta) sowie Pfeil und Bogen. Der Umgang dieser speziellen Waffe erfordert jedoch ein Höchstmaß an Training, was einem "Freizeitreiter" heute kaum mehr möglich ist. Selbst in der Antike war diese Waffengattung spezialisierten Einheiten vorbehalten.