Helm (Cassis)

Das Selbstverständnis der Reiter als Angehörige einer militärischen Elite äußert sich im Prunk ihrer Ausrüstung. Oft von adeliger Abstammung der provinzialen Bevölkerung scheint in vielen Fällen das Geld eine untergeordnete Rolle gespielt zu haben - ganz abgesehen von der guten Bezahlung.

Vor allem bei Paraden und Reiterturnieren wurde dabei oft eine Ausrüstung verwendet, die aufgrund des dünnen, reich verzierten Materials nur bedingt für den Kriegseinsatz geeignet war. Dazu zählen die Maskenhelme, die schon aus dem griechischen Altertum bekannt waren. Basis meiner Nachbildung ist ein Fundstück aus Ribchester, England, das in das späte 1. Jahrhundert datiert.

Die Reitergrabsteine des mittleren bis späten 1. Jahrhunderts, die den Verstorbenen im Kriegseinsatz darstellen, zeigen aber oft einen andere Gattung von Helmen von "pseudoattischem" Typ, der sich durch einen tief herabgezogenen Nackenschutz mit kurzem Schirm auszeichnet.

Dadurch wird die Gefahr einer Genickverletzung beim unfreiwilligen Absteigen minimiert, was mir auch sehr entgegen kommt. Im Gegensatz zu den gleichzeitigen Infanteriehelmen haben die Reiterhelme Wangenklappen, die auch die Ohren überdecken. Die Helme besitzen dazu reiche Dekorationen, Treibarbeiten und Farbkontraste durch die Verwendung unterschiedlicher Materialien. Meine Rekonstruktion befindet sich z. Zt. in Arbeit und wird ein Exemplar vom Typus Koblenz-Bubenheim sein. Links ist eine Abbildung nach einer Rekonstruktionszeichnung von Peter Connolly zu sehen, nach der ich arbeiten werde.

 Diese Gattung besteht aus einer unverzierten Eisenkalotte, auf die eine dünnere, verzierte aufgenietet wird. Die Abbildung unten rechts zeigt ein Fundstück einer solchen eisernen Unterkalotte.