Der Schild

Auxiliar-Schild der 
COH IIII VIND

Der Schild als Schutzwaffe existierte zu römischer Zeit  in sehr vielfältiger Form. Es gab den gewölbten, viereckigen  Scutum der Legionäre, den flachen Schild der Auxiliare und spezielle Schilde aus gehärtetem Leder und Rohhaut für Reiterspiele, die Parma Equestris. Als Hilfstruppen werden die Reiter meist wie die Fußtruppen mit flachen Schilden von ovaler oder sechseckiger Form dargestellt. Die Handhabung wird wesentlich erleichtert, wenn die Größe im Gegensatz zur Infanterie etwas zurückgenommen wird. Da die Beine auf dem Pferd leicht angewinkelt sind und von oben kaum Angriffe zu fürchten sind, ist eine Höhe von 1,10m bis 1,20 durchaus ausreichend.


 

Die Schilde der Auxiliare scheinen sich aus den keltischen Flachschilden entwickelt zu haben, wie sie z.B. aus vorrömischer Zeit in Laténe/Schweiz erhalten sind. Das ist insoweit plausibel, da die keltischen Stammesverbände im 1. Jahrhundert n. Chr. als Hilfstruppen in das römische Militär integriert wurden und die berittene keltische Oberschicht  als "equites" diente.

Die Schilde aus Latène bestanden noch aus dicken zusammengeleimten Brettern, waren also recht schwer und massiv, aber auch einfach herzustellen. In der spätkeltischen Zeit sind dann bereits Schilde anzutreffen, die sich mit ihren runden Buckeln nicht mehr von den späteren Auxiliarschilden unterscheiden., so z.B. auf dem Triumphbogen von Orange, Frankreich.  Keltische Schilde am Triumphbogen von Orange

Meine Rekonstruktion besteht aus dünnen mehrschichtig verleimten Holzfurnieren. Diese Sperrholztechnik wurde beim Scutum der Legionäre ebenfalls angewendet, um durch das gekreuzte Verleimen die gewünschte Wölbung und nötige Stabilität zu erzeugen.

Foto folgt:

Baustadium3

Schildrohling, 
mit Leinen und Leder 
bespannt
bemalter Rohling


Nach dem Aufzeichnen der Konturen wurde die Schildform ausgesägt und mit Leisten auf der Rückseite stabilisiert. Anschließend wurden Vorder- und Rückseite mit Leinen bespannt, was bei den Originalen ein Zersplittern des Holzes verhindern sollte. Eine Lederhaut wurde abschließend nochmals auf die Vorderseite gezogen. Die Einfassung besteht aus Messing, der Schildbuckel ebenfalls.

Als Schutz vor Feuchtigkeit wurden die Schilde in speziellen Lederhüllen aufbewahrt, dem Tegimentum.