REPLIK
Handarbeit in alter Tradition

Am 14.02.2003 wurde vom Hessischen Rundfunk im Rahmen der Sendereihe "Bilderbogen" ein Kurzportrait über meine Arbeit ausgestrahlt. Am Beispiel einer Gürtelschnalle wurde die Entstehung eines neuen Replikats von der Recherche über den Entwurf, die Modellherstellung, den Guss, die Nachbearbeitung, die Montage bis hin zum fertig polierten Schmuckstück verfolgt.

Endmontage am Goldschmiedetisch
 

 

hier sehen Sie ein paar ausgewählte Standbilder des Fernsehberichts. Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf das entsprechende Bild.

Einen kompletten Mitschnitt erhalten Sie beim Hessischen Rundfunk.

Herstellung des Modells anhand von Fotos und archäologischer Fachliteratur

Bronzeguß in der Werkstatt

In der Werkstatt


 

Wie alles begann...
Am Anfang stand eine keltische Maskenfibel, deren eigenwilliges Erscheinungsbild ich faszinierend fand und im Rahmen meines Studiums der Vor- und Frühgeschichte aus Zinn nachgefertigt habe, um die Funktion und Konstruktion der Gewandnadeln zu untersuchen. Diese erste Improvisation führte mich bald dazu, etwas mehr zu experimentieren, authentische Materialien zu verarbeiten und auch antike Herstellungsweisen anzuwenden, die ein hohes Maß an künstlerischem Einfühlungsvermögen für die antiken Handwerker und ihr kulturelles Umfeld verlangen.
Alle selbstgefertigten Stücke werden in reiner Handarbeit im sogenannten Wachsausschmelzverfahren hergestellt, einer Technik, die seit dem Beginn der Buntmetall- verarbeitung angewendet wird. Für jedes Stück wird dabei eine eigene Form hergestellt, die nach dem Guss zerbrochen werden muß!
Als Vorlagen für den Schmuck von Replik dienen archäologische Fundstücke aus fast allen vor- und frühgeschichtlichen Epochen bis in das späte Mittelalter hinein. Anhand von Fotografien und wissenschaftlichen Umzeichnungen aus der archäologischen Fachliteratur werden besonders interessante und herausragende Fundstücke nachgefertigt.
Für jedes Stück wird dabei eine eigene Form hergestellt, die nach dem Guss zerbrochen werden muß!

Massiv, funktionell und authentisch - Originalgetreuer geht es nicht.
Auch wenn reale Schmuckstücke als Vorlagen dienen und meine Arbeiten diesen oft genug zum Verwechseln ähnlich sind, so tragen doch alle Replikate aus meiner Werkstatt im Detail auch meine eigene Handschrift als Handwerker und Künstler. Gerade wenn ein herausragendes Stück nach Fotografien und Umzeichnungen entsteht, fertige ich es so, wie ich es auch damals als Goldschmied oder Bronzegießer gefertigt hätte. Für mich ist die Beschäftigung mit den alten Kulturen und ihren Kunstformen mehr als nur nachgearbeitetes Handwerk. Beim Umgang mit den historischen Motiven und den Originalstücken steht die Wiederbelebung der Vergangenheit im Vordergrund. Ich führe einen kleinen Kampf gegen die Zeit und gegen das Vergessen. Ich versuche, die Faszination des Altertums neu zu beleben. Und dies nicht nur durch Schmuck, sondern auch durch Geräte, Werkzeuge und Kultgegenstände, die ein kleines Fenster in das Altertum öffnen. Kleine Unregelmäßigkeiten, die durch die Handarbeit zwangsläufig entstehen, lassen meine Schmuckstücke leben und unterscheiden sie von billiger, blecherner Massenware anderer Hersteller. Durch die übersichtliche Anzahl der Stücke, die meine Werkstatt verlässt, kommt es mir auch nicht darauf an, ein paar Gramm Metall einzusparen.

Sicher sind neben den Highlights des Sortiments auch einige meiner kleinen Artefakte höchst einfach und nicht gerade prachtvoll gefertigt. Aber diese Stücke, etwas schief und asymethrisch, vielleicht auch noch mit unebenen Oberflächen, gehören ebenso zum Alltag der Vergangenheit und haben die gleiche Daseinsberechtigung wie prunkvolle, polierte Prachtstücke aus den Vitrinen der Museen. Gerade die einfachen Dinge sind es, die uns ein Bild vom täglichen Leben der Vergangenheit erzählen, von den einfachen Menschen und ihrer Umwelt, von ihren Ängsten und Nöten, von dem Aberglauben an Götter und Geister, von Magie, Krieg und Liebe.

Mehr über die Herstellungstechnik erfahren Sie hier.

Sehr oft wird mir aber auch von Museen oder privaten Sammlern das eine oder andere Originalstück zur Verfügung gestellt. Nach der Ergänzung der durch die vielen Jahrhunderte (oder sogar Jahrtausende) sehr in Mitleidenschaft gezogenen Stücke in meiner eigenen Technik findet ein derart überarbeitetes Stück dann seinen Weg in mein Sortiment. Die Replikate werden somit ebenso gebrauchsfähig wie ihre Vorbilder.

Mittlerweile vertreibt eine ganze Reihe von Ladengeschäften und Museen im In-und Ausland Teile meines Sortiments. Spezielle Sondereditionen wie z.B. für den Förderverein Kalkriese oder Gussarbeiten für Privatpersonen und Unternehmen gehören auch zum täglichen Geschäft. Limitierte Editionen für Liebhaber besonders ausgefallener und kostbarer Objekte werden zunehmend das besondere Sortiment abrunden.

Mein komplettes Angebot finden Sie nur in unserem Onlineshop oder Print-Katalog.

Über dreihundert verschiedene Motive, erhältlich in vielen Materialien und Varianten, warten darauf,von Ihnen entdeckt zu werden.

ACHTUNG, WICHTIG: Da ich mein Sortiment ausschließlich über den Versand vertreibe, ist eine Abholung der Stücke nur nach telefonischer Vereinbarung möglich.